Nein zu Ecopop, aus Liebe zur Schweiz! (4.11.2014)

Zur Abstimmung über die Volksinitiative „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“ vom 30. November 2014

 

Es ist grotesk: Die Befürworter der Ecopop-Initiative wollen eine heile kleine Schweiz bewahren mit einer Initiative, die die „gefühlten“ Probleme anspricht, aber die Ursachen der tatsächlichen Probleme nicht löst, jedoch Wohlfahrt und Wohlstand der Schweiz aufs Spiel setzt!

 

Haben wir Dichtestress? Lässt man den Blick über das Mittelland schweifen, erkennt man einen Flickenteppich von Siedlungen wie Mosaiksteinchen in einem grünen Meer. Das Problem ist nicht Dichtestress, sondern die Zersiedelung und Zubetonierung der Landschaftvor allem verursacht durch die gewachsenen Anforderungen der bestehenden Wohnbevölkerung der Schweiz (jeder will mehr Quadratmeter Wohnfläche für sich) und nur geringfügig durch die Nettozuwanderung. Eine Begrenzung der Zuwanderung würde hier also keine nennenswerte Abhilfe schaffen. Die Lösung wäre stattdessen verdichtetes Bauen, und damit zulassen, dass Gebäude, v.a. in urbanen Gebieten, höher sein dürfen als heute. Nur schon eine leichte Liberalisierung der Bau- und Zonenpläne (z.B. eine Etage höher zulassen), würde ausreichen.

Wenn für die Ecopop-Befürworter stattdessen die Grösse der Bevölkerung ein Problem wäre, dann sollte ehrlicherweise nicht nur eine Einwanderungsbeschränkung, sondern auch eine ein-Kind-Regel gefordert werden. Denn die Schweizer Bevölkerung könnte künftig auch aufgrund steigender Geburtenraten wieder wachsen! Die Initiative ist also überhaupt nicht konsistent.

 

Die Ecopop-Initiative gefährdet den Wohlstand der Schweiz, weil ohne genügende Zuwanderung von gesuchten Arbeitskräften viele Arbeitsstellen nicht besetzt werden könnten. Insbesondere gut qualifizierte Arbeitsplätze würden ins Ausland abwandern, andere würden einfach aufgehoben, was uns Steuerausfälle und Arbeitslosigkeit bescheren würde. Restaurants hätten nicht mehr genügend Servierpersonal, Spitäler könnten nicht mehr alle versorgen, Strassen und Schienen würden verlottern usw. Ist das heile Schweiz, die wir wollen?

Schlimmstenfalls würde das durch die Initiative knapp tolerierte Zuwanderungskontingent komplett durch Asylsuchende ausgefüllt, welche die Schweiz völkerrechtlich und moralisch aufnehmen muss. Dann könnten gar keine von uns gewünschten Arbeitskräfte einwandern, die bisher zum Wohlstand der Schweiz beigetragen haben. Die Ecopop-Initiative verdient deshalb eine klare Absage, aus Liebe zur Schweiz!

 

 

Adrian Ineichen

Vorstand, Jungfreisinnige Bezirk Uster