Der Mindestlohn, eine schädlich soziale Forderung (05.05.2014)

“Viertausend Franken im Monat sind ein Menschenrecht.” “Der Mindestlohn sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.”

Ich verurteile die Befürworter dieser Initiative nicht, denn das Gegenteil von gut ist nicht „schlecht“, sondern „gut gemeint“. Folglich scheinen solche Argumente durchaus verlockend zu sein, jedoch sollte man sie genauestens hinterfragen und sich mit den Konsequenzen bewusst sein.

Mit einem simplen Beispiel versuche ich dies zu veranschaulichen:

In einem 200-Seelen Dorf in den Bergen gibt es nicht sehr viel ausser einem Käseladen, einem Metzger, dem Volg, einer Mechaniker-Bude und der Post. Weitere grössere Geschäfte sind ein paar Km entfernt, für die Bürger genügen jene aber vollkommen aus.

Nun gut, in diesem „Chäslädeli“ arbeiten rund 3 Angestellte inklusive dem Inhaber.

Angesichts der geringen Kaufkraft, des tiefen Preisniveaus und der tiefen Mietzinsen in diesem Dorf reicht ein Lohn von CHF 3000 völlig aus zum Leben.

Nach Annahme der Initiative am 18. Mai haben wir hier aber eine komplett andere Situation, denn diese 3 Angestellten verdienen jetzt CHF 1000 mehr. Schön und gut, denkt man sich.

Betrachten wir dies aber mal aus der Situation des Besitzers des Lädeli. Für ihn heisst es nun, CHF 3000 mehr im Monat einzunehmen. Einfach gesagt, jedoch werden in diesem Dorf ab dem 18. Mai die Leute nicht für CHF 3000 mehr Käse einkaufen.

Was ist nun wohl einfacher, einen beträchtlichen höheren Betrag einnehmen oder einen Angestellten entlassen? Bei einer Entlassung könnte er genau diesen fehlenden Betrag einsparen. Wenn er einen Angestellten entlassen würde, dann der, der am produktivsten arbeitet oder jener, der halt weniger gut ist?

Die Initiative schadet genau diesen Leuten, denen sie helfen sollte!

Gerechtigkeit

Dieses Wort läuft einem immer wieder über den Weg in letzter Zeit, also habe ich mich gefragt, was ist überhaupt gerecht?

Ist ein Lohn von CHF 3000, 4000 oder 5000 gerecht? Niemand kann eine genaue Antwort geben, denn es hängt vom Blick des Betrachters ab.

Löhne sind, bzw. sollten lediglich die Übereinkunft von Menschen sein, was etwas wert ist, in diesem Fall Arbeitskraft. Angebot und Nachfrage, mehr steckt nicht dahinter. Es gibt nichts Gerechteres als die freiwillige Übereinkunft von Menschen.

Mit Zwang wird aber nie der wahre Wert von etwas bemessen und daher so auch niemals Gerechtigkeit erreicht werden können, denn es ist ungerecht jemandem etwas vorzuschreiben.

Der freiwilligen Übereinkunft von Menschen, auch über Löhne, haben wir unseren heutigen Wohlstand zu verdanken.

Deshalb Nein zur Mindestlohnitiative!

Dennis Fink, Vorstandsmitglied jungfreisinnige Bezirk Uster