Die Kirchen sollen nicht einseitig privilegiert werden (8.5.2014)

Die Kirchensteuer wird zurzeit emotional diskutiert. Ein wichtiges Argument findet aber zu wenig Aufmerksamkeit. Jährlich entrichten die juristischen Personen im Kanton Zürich über 100 Millionen Franken an Kirchensteuern. Dieser Steuerpflicht können sich jene aber im Gegensatz zu den natürlichen Personen nicht entziehen. Und die so beschaffenen Mittel fliessen nur den drei anerkannten Landeskirchen (röm.-kath., reformiert und christkatholisch) im Verhältnis zu ihrer Mitgliederzahl zu. Alle anderen Glaubensgemeinschaften, die ebenfalls soziale Dienstleistungen erbringen, und jede private, dem Wohle der Mitmenschen verschriebene Organisation werden dadurch im Bestreben, genügend Mittel aufzubringen, ernstlich benachteiligt. Denn während diese mittels zeitaufwändigen Spendenaufrufen und Strassenaktionen Überzeugungsarbeit bei den Leuten leisten müssen, warten die drei privilegierten Kirchen, bis ihnen jedes Jahr eine immense Summe Geld einfach zufliesst, unterdessen sie nicht einmal die Kosten für die Eintreibung tragen müssen. Weder erbringen die Kirchen notwendigerweise die besten sozialen Dienste, noch suchen alle in Not geratenen Menschen bei einer der drei erwähnten Kirchen um Hilfe. 

 

Weshalb man also bei einer solchen Ungleichbehandlung beide Augen zudrücken soll, konnte mir bis dato noch niemand schlüssig darlegen. Für mich kommt am 18. Mai deshalb nur ein klares JA zur Kirchensteuer-Initiative in Frage.

 

Matthias Heller, Präsident

 

Jungfreisinnige Bezirk Uster, Mönchaltorf