Falsche Entwicklungen auf dem Leepünt-Areal vermeiden (18.3.2014)

Vor zwei Wochen wurde die Unterschriftensammlung für die Volksinitiative "Stadtkern = Leepünt" gestartet. Die Initianten versprechen damit unter anderem eine Lösung der Platzprobleme der Dübendorfer Vereine, was grundsätzlich zu begrüssen wäre. Wenn man jedoch die Initiative genauer betrachtet, wirft sie doch einige Fragen auf.

 

Die Initianten fordern einen Saal mit 600 Plätzen und mindestens 50% Wohnanteil auf dem Areal, welcher zudem gemeinnützig sein muss. Darüber hinaus muss das Areal in Stadtbesitz bleiben, was schon grundsätzlich fragwürdig ist, denn es soll nicht die Aufgabe der Stadt sein, Wohnungen zu vermieten.

 

Aber auch die einzelnen Teile der Initiative werfen Fragen auf. So ist mir schleierhaft, wie viele der Dübendorfer Vereine einen Saal von dieser Grösse überhaupt nutzen würden und wie oft andere Veranstaltungen stattfinden werden. Die Stadt hätte also einen kaum genutzten Saal genutzt und müsste die Kosten dafür tragen. Um das Betriebsdefizit zu decken wäre eine Steuererhöhung fast unumgänglich.

 

Eine weitere Unklarheit ist das Verkehrskonzept. Das Leepünt-Areal liegt in einem Wohngebiet und soll dazu ebenfalls partiell mit Wohnungen überbaut werden. Ein Saal wird zwangsläufig Verkehr generieren, die Erschliessung des Areals ist allerdings eher suboptimal. Die nächste Bushaltestelle wird ab 20 Uhr nicht mehr bedient und 600 Parkplätze und der damit verbundene Mehrverkehr in einer Quartierstrasse sind wohl kaum im Sinne der Initianten. Auch Lärmemissionen werden entstehen, was Betriebsauflagen für den Saal bedingt, um Lärmklagen der Nachbarn zu vermeiden.

 

Ein Saal in dieser Grösse würde besser an der Peripherie von Dübendorf erstellt, wo die Verkehrsanbindung besser ist und sich niemand vom Lärm gestört fühlt. Die Stadt soll auf dem Leepünt-Areal ihren Bedarf abstecken und den restlichen Teil an einen Investor verkaufen. Dieser könnte der Attraktivität des Areals entsprechend hochwertige Wohnungen erstellen. Die Stadt könnte deshalb auch mit einem guten Verkaufserlös rechnen. Auf dem Stadtteil könnten die von der Initiative geforderten Räumlichkeiten für Vereine realisiert werden, welche durch den Landverkauf auch schon teilweise finanziert wären.

 

Falls Sie auch an einer Entwicklung auf dem Leepünt-Areal interessiert sind, welche nicht primär die Stadtkasse schädigt, legen Sie am 30. März die Liste 5 der FDP.die Liberalen in die Urne.

 

Stefan Angliker, Gemeinderatskandidat FDP.Die Liberalen, Dübendorf