Die ZKB birgt grosse Risiken – am besten wir verkaufen sie! (10.2.2014)

Vor wenigen Tagen hat die ZKB ihre Rechnung des Jahres 2013 präsentiert. Oberflächlich betrachtet sieht diese ganz gut aus, und Kanton wie Gemeinden profitieren vom (bereits budgetierten!) Geldregen von 369 Mio. Franken. Der um 7.2% gesteigerte ZKB-Konzerngewinn erinnert uns aber, dass die ZKB als Staatsbank mit einer Staatsgarantie (dank der unbeschränkten Haftung durch uns Steuerzahler!) tiefere Zinskosten hat und so unfaire Vorteile hat gegenüber anderen Banken.

 

 

Beunruhigend ist, dass die Hypothekar-Forderungen der ZKB stark gewachsen sind, während die Bilanzsumme geschrumpt ist. Dies bedeutet, dass die ZKB nun noch stärker im Hypothekarmarkt exponiert und damit weniger diversifiziert ist als vorher. Dies kann gefährlich sein.

 

Nicht von ungefähr hat der Bundesrat auf Antrag der Nationalbank Ende Januar den Kapitalpuffer der Banken um 1 Prozentpunkt erhöht bei Positionen mit Bezug zu Wohnliegenschaften im Inland. Dies bedeutet, dass die Nationalbank im Immobiliensektor erhebliche Risiken erkennt. Sollte es zu einer Zinswende kommen, könnte dies enorme Kreditausfälle zur Folge haben und die ZKB an den Rand des Abgrunds bringen. Nur schon aus diesem Grund wäre es besser, wenn der Staat, d.h. wir alle als Steuerzahler, nicht zwangsweise Eigentümer einer Bank ist. Daneben gibt es weitere grosse Risiken und Probleme (z.B. Strafzahlungen zum Steuerstreit mit den USA), die bald auf die ZKB zukommen.

 

Warum haben wir im Kanton Zürich eigentlich immer noch eine Kantonalbank, notabene mit dieser gefährlichen Staatsgarantie? Andere Kantone haben die Staatsgarantie reduziert oder gar abgeschafft und lassen Prublikumsteilhaber zu, so dass die Risiken auf freiwillige (Teil)Eigentümer aufgeteilt wird.

 

Wir haben gewiss keine Unterversorgung an Bank(dienstleistung)en in Zürich. So gibt es denn auch keine Notwendigkeit mehr, eine Staatsbank zu haben. Angesichts der enormen Risiken, welche die ZKB mit sich bringt, wäre es für alle besser, die ZKB mittelfristig zu privatisieren und zu verkaufen. Dies würde nicht nur den Steuerzahler von grossen Risiken entlasten (Bail-outs à la UBS sollten mit der neuen „Too big to fail“-Gesetzgebung nicht mehr möglich sein) sondern gäbe auch einen schönen Verkaufserlös, mit denen man endlich kantonale Schulden abbauen könnte.

 

Ich zähle auf unsere Kantons- und Regierungsräte, die Risiken für uns Bürger zu reduzieren und die ZKB Schritt für Schritt zu verkaufen.

 

 

Adrian Ineichen

Vorstand, Jungfreisinnige Bezirk Uster

 

 

     

Links:

ZKB: Geschäftsjahr 2013

http://www.zkb.ch/de/center_worlds/ueber_uns/medien/medienmitteilungen/2014/medienmitteilung_07-02-2014.html?WT.ac=SSa1

 

SNB: Kapitalpuffer erhöht

http://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20140123/source/pre_20140123.de.pdf